Montag, 15. Dezember 2008

Audiobearbeitung

In diesem Post soll es um Besonderheiten bei der Audiobearbeitung gehen. Verwendet wurde das zu Final Cut Pro zugehörige Programm „Soundtrack Pro“. Es ist ein Audiobearbeitungsprogramm, dass genauere Eingriffe in die Wellenformen des Materials ermöglicht, als dies in der Timeline von Final Cut möglich ist. Die routinemäßigen Aufgaben, wie das Setzen eines Fade-Ins und eines Fade-Outs, sollen an dieser Stelle nicht erläutert werden, denn dies haben wir zu einem überwiegenden Teil in Final Cut getan. Soundtrack Pro kam nur dann zum Einsatz, wenn die Aufgaben nicht in der Timeline erledigt werden konnten.

Problem: zu leises Audio-Material

Bei der Aufnahme haben wir immer darauf geachtet, dass der Ton nicht übersteuert, da es sonst zu unbrauchbaren Ergebnissen kommt. An einigen Stellen war der Ton zu leise, zum größten Teil bei den Interviews. In Final Cut Pro konnte das Problem nicht mehr behoben werden, denn dort war die maximale Lautstärke bereits erreicht.

Mit der Funktion „Normalisieren“ im Menü „Prozess“ haben wir versucht, die gesamte Lautstärke des Samples anzuheben. Da Pegelspitzen auftraten, konnte das Ergebnis nicht befriedigen. Die lauten Stellen wurden noch etwas lauter, die leisen Stellen blieben auch relativ leiser. Demzufolge haben wir den Effekt „Kompressor“ verwendet, um dieses Problem zu beheben. Er komprimiert das Audiomaterial. Laute stellen werden gedämpft, leise Stellen werden angehoben. So kann man Pegelspitzen in den Griff bekommen. Der Parameter „Gain“ des Kompressors erlaubte uns, die gewünschte Dynamik zu erzielen. Die Sprache des Interviews war nun nicht nur lauter geworden, sondern auch druckvoller und mit mehr Sättigung in der Stimme.

Screenshot 1: Effekte




Screenshot 2: Kompressor - Parameter


Waveform-Editor (Feinschliff):

Die detailreichere Ansicht von Soundtrack Pro ermöglichte uns, einzelne, sehr kurze Geräusche besser aus dem gesamten Material zu extrahieren. Diese Geräusche, zum Beispiel die Kufengeräusche der Spieler oder der Bodycheck an die Bande, bearbeiteten wir mit einem sog. „Equalizer“. Er dient zum Anheben und Absenken bestimmter Frequenzbereiche. Meistens erhöhten wir ein wenig die unteren Mitten, damit der Klang nicht so dünn klingt. Die Geräusche ließen sich danach viel besser in den Gesamtmix integrieren; vor der Bearbeitung waren sie so gut wie nicht zu hören. Die jeweils richtige Frequenz konnten wir anhand der grafischen Oberfläche des (3 Band-)Equalizers finden, in dem wir das Frequenzspektrum einmal unten, in der Mitte und einmal oben anhoben. Dann hörten wir uns die Unterschiede an.


Screenshot 3: Detailansicht der Wellenform





Eine praktische Funktion war das Senden der Aiffs oder Wavs an Soundtrack Pro. Somit konnten wir auch später noch Arbeiten erledigen, die uns nicht direkt aufgefallen waren.

Zu guter Letzt arrangierten wir die bearbeiteten und wesentlich verbesserten Audiospuren in der Timeline von Final Cut Pro. Die Spuren waren nach Musik, Zuschauergeräusche, Eishockey-Geräusche und Sprache getrennt. Der Audiomixer diente uns dann dazu, die jeweiligen Lautstärkeverhältnisse zu setzten bzw. den gesamten Ton abzumischen. Die Zuschauergeräusche wurden dabei aus mehreren Spuren zusammengemischt, einmal aus „Grundtumult“, Fan-Gesang und Torjubel. Auch in Final Cut Pro schauten wir stets auf das Audiometer, damit der Pegel nie über 0 DB kam.

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