In den nächsten Posts werden noch einige Erfahrungsberichte enthalten sein und der Ton wird nochmals genauer beleuchtet.
In diesem Post sollen einige Einzelheiten des Schnitts, technische Aspekte sowie auch Probleme erläutert werden. Screenshots zu den einzelnen Themen sollen die Anschaulichkeit gewährleisten.
Wir haben gerade diese Themen aus dem Workflow näher beleuchtet, da sie uns entweder die größten Probleme bereitet haben (erheblicher Zeitfaktor) oder da sie am besten den Lernfortschritt im Bezug zum ersten Projekt dokumentieren.
Zum Eindigitalisieren:
Da es bei unserem letzten Projekt schon an dieser Stelle Probleme mit den Formaten 4:3 und 16:9 gegeben hat, möchten wir an dieser Stelle unser (zum letzten Mal verbessertes) Capturen kurz erläutern.
Das Ausgangsmaterial wurde durchgehend und ohne Ausnahme in 16:9 aufgenommen und mit den zugehörigen Einstellungen gecaptured (siehe einer der vorherigen Posts).
Wir haben uns bewusst dazu entschieden, das gesamte Material zu digitalisieren und nicht nur brauchbare Clips zu extrahieren. Der Grund dafür lag in der durchgehenden Verwendbarkeit des Tons auch bei nicht brauchbaren Bildern. Die Kamerateams haben sich sogar oft an einigen Stellen während des Filmens ausschließlich auf den Ton konzentriert. Diese „Ton-Abschnitte“ konnten wir dann anhand unserer Karteikarten identifizieren.
Screenshot 1: lange digitalisierte Spuren

Somit hatten wir insgesamt viele große und lange Spuren. Jedes Kamerateam hatte die Aufgabe aus den eigenen sehr langen Filmsequenzen viele kürzere zu erstellen. Die unwesentlichen Sequenzen wurden konsequent aussortiert. Dies geschah an mehreren Macs gleichzeitig. Die Arbeitsaufteilung ließ uns wesentlich schneller zu den geforderten Ergebnissen kommen, d. h. nur noch kleinere, verwendbare und benannte Szenen aus der Masse des Filmmaterials zu erhalten.
Screenshot 2: kleinere Szenen

Es war eine gewaltige Arbeit, da wir fast 5 Stunden Filmmaterial zu bearbeiten hatten. Die Namensnennung der Clips machte uns des Weiteren enorm Arbeit. Wir haben dies jedoch für jede einzelne geschnittene Szene durchgehalten, um später beim Zusammenfügen der einzelnen Sequenzen den Überblick zu behalten. Dieser zusätzliche Arbeitsaufwand hat sich im Nachhinein gesehen ausgezahlt, weil wir dadurch viel schneller und präziser arbeiten konnten.
Screenshot 3: benannte Clips 

Nach 9 Stunden Clips erzeugen hat das Team der Starz Production den ersten Schnitttag beendet. Nichtsdestotrotz hatten wir noch mehr Material, aus dem Clips erzeugt werden mussten..........
Zum Problem: Medien erneut verbinden
Das Problem lag in der Tatsache, dass unsere vielen kleinen Schneidegruppen ihr grob geschnittenes Material alle anders organisiert und gespeichert haben.
Zum Problem: Medien erneut verbinden
Das Problem lag in der Tatsache, dass unsere vielen kleinen Schneidegruppen ihr grob geschnittenes Material alle anders organisiert und gespeichert haben.
Screenshot 4: Medien erneut verbinden 

Als eine nachfolgende Gruppe am nächsten Tag zum Schneiden die Projektdatei .cpr öffnete, kam ununterbrochen der Hinweis das verschiedene Medien offline sind. Da sich die Clips aus unterschiedlichem Rohmaterial unserer einzelnen Gruppen zusammensetzten, reichte es nicht den Befehl „Medien erneut verbinden“ einmal zu betätigen. Vielmehr mussten mühsam die einzelnen Dateien gesucht werden und einzeln verbunden werden. Zumal bestand das Problem, dass sich die Projektdatei auf einigen Rechnern problemlos öffnen ließ und auf anderen nicht. Folgende Lösung schaffte Abhilfe: Der automatische Speicherort von Final Cut wurde von uns auf die externe Festplatte gelegt. Nun funktionierte das Projekt auf allen Rechnern.
Screenshot 5: Verlegen des Speicherortes
Die Problematik, die hier in wenigen Sätzen beschrieben wird, war äußerst zeitaufwendig und kostete viele Nerven. Es zeigte sich an dieser Stelle die Unerfahrenheit im Umgang des Programms, wenn massenweise Clips verwaltet werden müssen. Die Organisation der Dateien bei über 5 Stunden Filmmaterial ist aber elementar. Für ein nächstes Projekt hätten wir diese weitere Erkenntnis und würden genauere Angaben zur Speicherprozedur für die einzelnen Gruppen festlegen.
Screenshot 6: unzählige Dateien (auf der Festplatte)
Screenshot 7: unzählige Dateien (in der Timeline)

Screenshot 7: unzählige Dateien (in der Timeline)

Zum Problem: Bedienungsanleitung
Es tauchten während des Schnitts immer mal wieder kleinere und vor allem größere Probleme auf. Wir beschlossen daher mehrmals die Bedienungsanleitung zu Rate zu ziehen.
Wir waren ehrlich gesagt schon geschockt, dass der Umfang der Bedienungsanleitung 2243 Seiten beträgt. Dabei wurde uns nochmals bewusst, dass wir mit einem Profi-Programm arbeiten und Probleme dabei, mit unserer geringen Erfahrung, wohl selbstverständlich sind. Die Schwierigkeit war allerdings, dass man in der Bedienungsanleitung nur fündig wird, wenn man den Fachausdruck kennt. Wenn nicht, ist das Suchen in der riesigen PDF sehr ermüdend. Es kam ebenfalls öfter vor, dass unser Suchwort auf keiner der über 2000 Seiten vorkam.
Screenshot 8: Feststelltaste - Hilfe in der Bedienungsanleitung: Drücken Sie die Feststelltaste! (welche Taste?)

Zum Fenster Canvas:
Das Fenster Canvas, das sich neben dem Viewer-Fenster befindet, war im weiteren Verlauf des Schnitts äußerst hilfreich. Speziell das Drag und Drop war eine Funktion, die wir beim ersten Projekt noch gar nicht so beachtet haben. Das Klicken auf einen Clip im Viewer-Fenster, das Gedrückthalten der Maus bei gleichzeitigem Verschieben des Clips auf das Canvas-Fenster, öffnet eine Auswahl von Befehlen wie „Einsetzen“ oder Überschreiben“ (sogenannte Canvas-Editierung). Die Funktion verbessert den allgemeinen Workflow erheblich.
Screenshot 9: Arrangement der Spuren (Ausschnitt)
Auch in der zum Canvas-Fenster gehörenden Timeline entdeckten wir nützliche Funktionen. Wir benutzten nicht nur das horizontale, sequentielle Anordnen der einzelnen Dateien, sondern verwendeten an einigen Stellen die horizontale Editierung. Wenn man den Button ganz links unten an der Timeline aktiviert, kann die Durchsichtigkeit der oberen Videospuren per Maus in den jeweiligen Clips geregelt werden (siehe im Film beim Intro).
Im Großen und Ganzen verwendeten wir jedoch die Effekte aus folgenden Gründen spärlich:
1) Der übermäßige Einsatz von unkonventionellen Effekten führt leicht zu einem eher unprofessionellen Ergebnis. Viele Effekte von Final Cut sind unserer Meinung nach eher eine Spielerei.
2) Zum Teil sind die Effekte schwierig zu editieren, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Ein guter, einfacher Schnitt ist oft besser als ein schlechter Effekt.
3) Effekteditierung ist oft sehr zeitaufwändig.
Screenshot 10: unzählige Effekte

Zum Fenster Viewer:
Eine sehr nützliche Funktion haben wir auch bei diesem Fenster herausgefunden. Haben wir einen Filmschnipsel nicht mehr wiedergefunden, aber wussten noch welches Kamerateam die gesuchte Szene gefilmt hat, so haben wir das gesamte Material in den Viewer geladen. Dann haben wir die gewünschte Sequenz durch das Setzen von In- und Out-Marken definiert (Tasten i und o) und haben diese dann per Drag und Drop in die Timeline an die gewünschte Stelle gezogen.
Screenshot 11: Viewer und Canvas 

Das Viewer-Fenster haben wir zudem für unsere Effekteditierung genutzt (siehe Post „Grober Überblick über den Verlauf des Schnitts“). Außerdem dient es dazu, Farbkorrekturen durchzuführen. Da wir allerdings bei diesem Projekt penibel darauf geachtet haben den Weißabgleich bei jedem Standortwechsel durchzuführen, war eine Farbkorrektur im Viewer so gut wie nicht notwendig. Unsere Befürchtung, man könne die Bilder der unterschiedlichen Kameras als nicht zueinander zugehörig erkennen, hat sich zum Glück nicht bestätigt.
Screenshot 12: Einsatz fast nicht notwendig - die Farbkorrektur

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